Freitag, 7. März 2008

Bundesanstalt für Arbeitsschutz empfiehlt Feng Shui

Die chinesischen Schriftzeichen für Feng Shui | Copyright: PD

Dortmund/ Deutschland - In der Informationsbroschüre "Wohlbefinden im Büro" empfiehlt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAuA), Arbeitsräume und Büros nach den Prinzipien der chinesischen Geomantie "Feng Shui" einzurichten, um so zur Verbesserung des Arbeitsumfeldes beizutragen.

"Feng Shui", so erklärt die Broschüre "Wohlbefinden im Büro - Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Büroarbeit" im Kapitel "Die Energie fließen lassen" ab Seite 29, sei dabei "kein asiatisches Reisgericht und auch keine neue fernöstliche Kampfsportart sondern bedeutet vielmehr wörtlich übersetzt 'Wind und Wasser' und befaßt sich mit den Gesetzmäßigkeiten des Fließens von Energie. Dabei geht es allerdings nicht um Ohm, Volt und Ampere - Energie steht hier nicht für die Elektrizität, die aus der Steckdose kommt. Gemeint ist vielmehr jene universelle Kraft (Chi), die die Welt bewegt."

Bücher zum Thema:

- - -


"Nach dieser viele tausend Jahre alten Vorstellung" so die Infobroschüre weiter, bestehe nicht nur der gesamte Kosmos aus dieser Substanz. Chi fließe auch im Menschen und lenke dessen seelische und geistige Entwicklung. Das Feng Shui orientiere sich an der Natur, die nur fließende Bewegungen kenne.

"Analog zu einem mäandrierenden Fluss sollen alle Bewegungsabläufe innerhalb eines Gebäudes in sanft fließender Weise erfolgen. Raumanordnung und Möbilierung sollen dazu beitragen, dass jeder Teil der Wohnung oder des Büros gleichmäßig mit Chi versorgt wird. Denn freies Zirkulieren und optimale Versorgung aller Raumbereiche mit viel gutem Chi führen zu Gesundheit, Wohlbefinden und Erfolg - so jedenfalls die reine Lehre."

Unser Web-Tipp:
Berufsverband für Feng Shui und Geomantie e.V.
www.fengshui-verband.eu


Bei diesen Ausführungen könnte der Leser schnell vergessen, dass er eigentlich eine Broschüre des Bundesanstalt für Arbeitsschutz liest. Doch auch für all jene, "denen die Darlegungen zu unwissenschaftlich oder gar esoterisch erscheinen", verweist die BAuA auf die "mittlerweile auch von der Schulmedizin akzeptierte Heilmethode Akupunktur". Ähnlich wie der Akupunkteur durch Nadelstiche den Energiefluss im Körper anzuregen und zu beeinflussen versucht, bediene sich auch der Feng Shui-Praktiker ganz ähnlicher Hilfsmittel, wenn er durch die richtige Positionierung etwa von Gegenständen und Pflanzen, das Chi des Ortes ins Fließen bringe.

Desweiteren gibt die BAuA-Broschüre unter Verweis auf die westliche Variante des Feng Shui, die so genannte Formschule, über vier Seiten hinweg ausführliche Tipps, Anregungen und Literaturquellen, wie der Arbeitsraum positiv gestaltet werden könne.

HIER können Sie die Broschüre der BAuA als PDF herunterladen

Ein deartig offner und aufgeschlossener Umgang mit Feng Shui stößt jedoch nicht nur auf Anerkennung und Gegenliebe. So poltert etwa die "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V." (GWUP) gegen den Inhalt und hält "die Empfehlung des Feng Shui in einer von einer Bundesanstalt herausgegebenen Broschüre" für "höchst fragwürdig und skandalös". "Durch solche Exkurse in die Esoterik" werde die Vertrauenswürdigkeit der Bundesanstalt beschädigt, "weil die Unterscheidung zwischen wissenschaftlich begründeten Verfahren des Arbeitsschutzes und auf Aberglauben beruhenden verwischt wird."

"Es wäre" so die GWUP weiter, "bedauerlich, wenn als Ergebnis dieser Arbeit, Büroinhaber und Bauherren zu unnötigen Investitionen in wirkungslose Maßnahmen verleitet werden, statt ihr für Budget für wirklich positive Leistungen im Sinne des Arbeitsschutzes zu verwenden"

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
>>> HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen <<<

Die Meinung der GWUP-Kritiker nicht teilen dürften Feng-Shui-Berater aber auch die zahlreichen Personen, die aufgrund einer fundierten Analyse positive Veränderungen in ihrem Umfeld und an sich selbst erkannt haben. Dass es sich bei dem Thema nicht um einen "Ausflug in die Esoterik" handelt, dafür verbürgt sich der "Berufsverband für Feng Shui und Geomantie". Neben klaren Richtlinien, die die Aufnahme in den Berufsverband regeln, erhält der interessierte Laie hier auf seine Fragen qualifizierte Antworten und/oder kann einen seriösen Berater für den privaten und geschäftlichen Bereich finden. Die Anerkennung von Feng Shui ist eines der Ziele des Verbandes. Im Westen liegt das Problem des Verstehens und Akzeptierens meist in der wissenschaftlich- und rationalisierenden Betrachtungsweise. "Weil nicht sein kann, was nicht sein darf' ... verstehen wir es auch nicht. Ein Blick über den Tellerrand hinaus kann uns jedoch Möglichkeiten eröffnen, festes und bekanntes Wissen neu zu bewerten", so Katja Heinen vom Berufsverband für Feng Shui und Geomantie e.V.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / baua.de / fengshui-verband.eu / gwup.org
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE